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Update: Niiu, die personalisierte Tageszeitung. Ein Flop?

September 23, 2009 by Tino Seeber

Wie YuccaTree schreibt, wird es ab Oktober in Berlin mit Nuii eine personalisierte Tageszeitung geben, welche den haptisch geneigten Nerd nun auch offline einen Tag später die Facebook und Twittermeldungen seiner Freunde und Follower in gedruckter Form lesen lässt.

Ich frage mich, wer so was als Risikokapitalgeber finanziert. Zumindest niemand, der Ahnung davon hat …

Update, 23.9.09

Auf meinen obigen Blogbeitrag hin, meldete sich Philipp Hukal elektronisch:

Hallo Herr Seeber,

Ich möchte mich herzlich für das entgegengebrachte Interesse an unserem Projekt der ersten individualisierten und gedruckten Tageszeitung „niiu“ bedanken!
Ebenfalls zu Dank bin ich Ihnen im Nennen Ihres Kritikpunktes verpflichtet.

Wir sind uns dieser Auffassung durchaus bewusst und fördern gerne auch den kritischen Dialog mit allen mehr oder weniger Beteiligten.
Ich erlaube mir also, ein paar weiteführende Informationen mit Ihnen zu teilen.

„niiu“ richtet sich an Informations- und Medien interessierte junge Leute. Vielleicht an solche, die – wie Sie zweifellos – internetaffin sind, aber den Tag nicht auf Ihren Lieblingsblogs/Plattformen verbringen können oder wollen. Dieses Publikum kann nach unserer Meinung auch damit leben, dass die gesammelten Internetinhalte ein paar Stunden alt sind.

Der Bericht auf YuccaTree stellt natürlich die Mantelseiten mit den Online Inhalten in den Focus. (Nachvollziehbar, Herr Vielmeier bertreibt ein Online Magazin)
Die Idee hinter „niiu“, nämlich die eigenverantwortliche Auswahl von Tageszeitungsinhalten, wird dabei fast völlig außer Acht gelassen.

Sollten Sie weitere Fragen haben oder mehr Informationen benötigen, zögern Sie bitte nicht mich zu kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen

Philipp Hukal
Medieninhalte
verantwortlich für den Bereich Inhalte: Herr Wanja S. Oberhof

meine Antwort:

Hallo Herr Hukal,

vielen Dank für Ihr Schreiben!

In der Tat werden im genannten Artikel nur die Mantelseiten mit ihren Social Media Elementen beschrieben.
Die Frage bleibt dennoch im Raume bestehen, ob die informations- und medienaffine web 2.0. Klientel bereit ist, für Nachrichten von gestern in gedruckter nicht-interaktiver Form bereit ist für etwas Geld zu zahlen, was selbige Klientel einen Tag vorher online zum Nulltarif bekommen kann?

Als Investor und Medienexperte bin ich immer auf der Suche nach Neuem – aber rechnen muss es sich auch. Die Idee ist nicht schlecht – allein die Nachfrage wird es meiner Ansicht nach nicht geben. In diesem Zusammenhang sei auf eine aktuelle Studie zum Pay Content verwiesen, wonach gerade einmal 5 Prozent der Online Leser für Nachrichteninhalte zahlen würden.

Gerne freue ich mich auf eine Diskussion zum Thema.

Da Ihre Mail eine Reaktion auf mein Blogartikel ist, erlaube ich mir, selbige auch dort zu veröffentlichen.

Ich freue mich auf Ihre Sicht der Dinge und verbleibe

mit besten Grüßen

Tino Seeber

Wie denkt Ihr darüber? Hat Nuii eine Chance auf dem Markt?

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1 Kommentar

  1. Meikel sagt:

    Wohl wahr, wohl wahr! Aus journalistischer Sicht: für Print bereitet man Themen ja wohl völlig anders auf als im Web. Das lernt jeder Online-Redakteur im Basics-Seminar :-D Ich kenne gestandene und von mir sehr geschätzte Print-Journalisten, die ich mir absolut nicht im Blogger-Stil vorstellen könnte – und erst recht nicht umgekehrt! Ich glaube, das nennt man neudeutsch “Innovation”, wenn man zwei Dinge zusammenkippen will, die absoult nichts miteinander zu tun haben.

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